Nicht ganz so awesome wie gedacht

Eigentlich sind Green Day ja der Inbegriff für Musiker die Konzerte geben, welche das Leben verändern. Die Live-DVD Bullet in a Bible aus dem Jahr 2005 zeigte eine Shows aus der American Idiot Tour, wo die Drei vor 65.000 Fans spielten. Eine Stunde lang konnte man Billie Joe dabei zusehen, wie er seinem Ruf als heißeste Rampensau der Welt alle Ehre machte. Schon beim bloßen Anschauen der Aufnahmen konnte man die Emotionen der Anderen fühlen und beinah deren Schweiß riechen. Aber Gott sei Dank nur beinah.

Sich selbst übertreffen ist nicht leicht

Natürlich war ein Großteil dieser Show dem wahnsinnigen Erfolg des Albums American Idiot zu verdanken, welches als bahnbrechend für die letzten Dekaden gilt. Doch der Nachfolger 21st Century Breakdown konnte da leider nicht anknüpfen. Es wirkt etwas zu durchdacht und bearbeitet und hat die Leichtigkeit verloren, mit der normalerweise bei Green Day der Mittelfinger gezeigt wird. Es sind zwar selbstverständlich Lieder drauf, auf die die Welt nicht hätte verzichten können, so vor allem das unglaubliche 21 Guns, doch es ist kein Album, dass man sich mit voller Begeisterung immer und immer wieder anhört. Das wirkt sich leider auch auf die neue Live-DVD Awesome As F**k aus.

Von allem etwas

Dazu kommt noch, dass die Aufnahmen nicht von einem Konzert sind, sondern bei mehreren Auftritten aufgenommen wurden. So geht das Gefühl flöten, dass einem normalerweise nach wenigen Minuten den Atem raubt. Gefilmt wurde in London, Manchester, Glasgow, Dallas, Detroit, Saitama, Berlin und Nickelsdorf. Zum Line-Up gehören neben den besten Songs der letzten beiden Alben auch alte Klassiker sowie die geradezu gesetzlich vorgeschriebene Hymne Good Riddance, die jedoch nicht mehr den Abschluss bildet. Für die nächsten Scheiben kann man nur hoffen, dass sich Billie Joe im Musical zu American Idiot genugend ausgetobt hat, um wieder punkiger zu werden. Das Nebenprojekt The Foxboro Hottubs ist immerhin ein gutes Zeichen. In bester 60er Jahre Garagenrock-Manier wird hier in die Saiten gehauen.